Wiki-Eintrag zur Präsentation Backup_neu_v2.pptx. Die Gliederung folgt dem Ablauf der Folien: von den Grundbegriffen über Anforderungen (RPO, RTO) und Methoden bis zu den Strategien.
Inhalt
Drei Begriffe, die oft verwechselt werden:
| Begriff | Schützt | Kern |
|---|---|---|
| Datenschutz | Personen | Persönlichkeitsrechte beim Umgang mit personenbezogenen Daten (z. B. DSGVO) |
| Datensicherheit | Daten | technischer und organisatorischer Schutz von Daten vor Verlust, Manipulation und unbefugtem Zugriff |
| Informationssicherheit | alle Informationen | Oberbegriff: schützt Informationen in jeder Form, auch auf Papier oder im Kopf, und umfasst die Datensicherheit |
Die drei klassischen Schutzziele der Informationssicherheit:
| Ziel | englisch | Bedeutung |
|---|---|---|
| Vertraulichkeit | Confidentiality | Nur Berechtigte dürfen Informationen lesen. |
| Integrität | Integrity | Daten sind vollständig und unverändert, Änderungen sind nachvollziehbar. |
| Verfügbarkeit | Availability | Daten und Systeme sind nutzbar, wenn sie gebraucht werden. |
Datensicherung dient vor allem der Verfügbarkeit und der Integrität: Sie macht verlorene oder veränderte Daten wiederherstellbar.
Gegen jede Gefahr hilft eine andere Maßnahme. Deshalb braucht man mehrere Schutzebenen (siehe Abschnitt 6).
Die ähnlichen Wörter sind eine häufige Verwechslungsquelle. Merksatz: Datensicherheit ist das Ziel, Datensicherung ein Mittel.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Onsite-Backup | Sicherung am gleichen Standort wie die Originaldaten |
| Offsite-Backup | Sicherung an einem anderen Standort |
| Georedundanz | Daten liegen an räumlich weit getrennten Standorten |
Je weiter die Sicherung von der EDV-Anlage entfernt liegt, desto besser schützt sie vor lokalen Katastrophen (Brand, Wasser, Diebstahl).
Sicherheitsniveau nach Standort
| Niveau | Typisch | Schützt vor | Schützt nicht vor / Risiken |
|---|---|---|---|
| Niedrig | lokal gespeichert, z. B. USB-Platte am selben PC | versehentlichem Löschen, einfachen Softwarefehlern | Hardwaredefekt (wenn beide betroffen), Diebstahl, Brand, Wasser, Ransomware |
| Mittel | standortnah, z. B. NAS im selben Gebäude | einzelnen Geräteausfällen | größeren Schäden (Feuer, Stromausfall), Angriffen im Netzwerk |
| Hoch | Remote- oder Cloud-Backup | lokalen Katastrophen, Hardwareausfällen | Ransomware (bei erreichbaren Backups), Fehlkonfiguration, Internetabhängigkeit |
| Sehr hoch | Offsite + Air-Gap, z. B. Cloud + externe Platte im Safe | Ransomware, gezielten Angriffen, Manipulation von Backups | (kaum Restrisiko) |
| Maximal | 3-2-1-Regel | nahezu allen realistischen Ausfallszenarien | ergänzt durch Air-Gap, Verschlüsselung, Wiederherstellungstests |
Eine Sicherung ist eine zeitversetzte Kopie und holt verlorene Daten zurück. Redundanz hält den Betrieb am Laufen, sie hat aber keine Historie: Fehler und Löschungen werden sofort mitkopiert. Beides braucht man.
Die fünf Mittel im Überblick
Wo die Grenze zwischen RAID und Replikation liegt: RAID verteilt Daten über Platten eines Systems, Replikation kopiert auf ein anderes System mit eigenem Controller, Netzteil und oft anderem Standort. RAID 1 (Spiegelung) ist im Prinzip eine synchrone Replikation im selben Gehäuse. Verteilte Speichersysteme verhalten sich wie ein RAID über mehrere Server.
Merksätze
Ransomware ist Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld für den Schlüssel verlangt. Moderne Varianten kopieren die Daten vorher ab und drohen mit der Veröffentlichung (doppelte Erpressung).
Warum ein Backup hilft: Die Daten sind nicht weg, nur verschlüsselt. Ein unverschlüsselter älterer Stand lässt sich zurückspielen, ohne zu zahlen.
Bedingung: Das Backup darf selbst nicht betroffen sein. Ransomware sucht gezielt nach Sicherungen: angeschlossene Platten, Netzlaufwerke, Backup-Server, Snapshots, synchronisierte Cloud-Ordner.
Was ein Backup sicher macht
Grenzen: Ein Backup schützt nicht vor dem Datenabfluss. Vor dem Zurückspielen muss die Schadsoftware entfernt sein. Die Wiederherstellung großer Datenmengen kann Tage dauern (RTO).
Zwei Kenngrößen, die beschreiben, wie viel und wie lange man bei einem Ausfall verlieren darf.
| Frage | Bestimmt | |
|---|---|---|
| RPO – Recovery Point Objective | Wie viel Datenverlust ist erlaubt? | wie oft gesichert wird |
| RTO – Recovery Time Objective | Wie lange darf der Ausfall dauern? | wie schnell zurückgespielt werden muss |
So liest man die Grafik
Der RPO bestimmt den Sicherungsabstand: Das Intervall zwischen zwei Sicherungen darf nicht größer sein als der RPO. Weil eine Sicherung erst nach ihrer Dauer brauchbar ist, plant man den Abstand etwas kürzer, z. B. bei RPO 4 Stunden und einer Sicherungsdauer von 1 Stunde alle 3 Stunden.
RPO 0 ist möglich, aber nicht umsonst
| RPO | Mittel | Beispiel |
|---|---|---|
| Tage | Bandsicherung | Kopie auf Band, täglich oder wöchentlich |
| Stunden | Backup mehrmals täglich | z. B. inkrementell alle 4 Stunden |
| Minuten | Snapshots, Log-Sicherungen | Snapshot: Momentaufnahme des Datenstands (z. B. NAS, VM); Log: Datenänderungen einer Datenbank laufend sichern |
| Sekunden | asynchrone Replikation | Kopie auf zweites System, ohne auf die Bestätigung zu warten, Rückstand von Sekunden |
| 0 | synchrone Replikation, Cluster | Änderung gilt erst als gespeichert, wenn beide Systeme sie haben (nur bei kurzer Entfernung) |
Drei Fragen, drei Begriffe:
| Frage | Inhalt | |
|---|---|---|
| Varianten | Was wird gesichert? | Dateisicherung, Speicherabbild (Image) |
| Methoden | Wie viel wird gesichert? | Vollsicherung, differenziell, inkrementell |
| Strategien | Wann, wie oft, wohin? | 3-2-1-Regel, Großvater-Vater-Sohn, FIFO |
Jede Variante lässt sich mit jeder Methode sichern. Das ergibt sechs Kombinationen. Der Unterschied liegt in der Einheit, die auf Änderungen geprüft wird: bei der Dateisicherung die Datei, beim Image der Block.
| Image | Dateisicherung (voll) | |
|---|---|---|
| Wiederherstellung | ganzer Rechner bootfähig (Bare-Metal-Restore) | einzelne Dateien und Ordner |
| Einzelne Datei zurückholen | Abbild muss eingebunden werden | direkt möglich |
| Betriebssystem | im Abbild enthalten | muss neu installiert werden |
| Hardwareabhängigkeit | höher | gering |
Das Image bestimmt die Form der Sicherung, die Methode ihren Umfang.
Der Ablauf besteht aus zwei Schritten, die sich regelmäßig wiederholen:
Der Ablauf ist ein Zyklus: z. B. wöchentlich eine neue Vollsicherung, dazwischen täglich Teilsicherungen.
| Differenziell | Inkrementell | |
|---|---|---|
| Bezug | letzte Vollsicherung | letzte Sicherung (voll oder teil) |
| Größe der Teilsicherungen | wächst täglich | klein, nur Tagesänderungen |
| Wiederherstellung | Voll + letzte Teilsicherung | Voll + alle Teilsicherungen |
| Risiko | gering | Kette: ein defektes Glied macht spätere Stände unbrauchbar |
Damit Teilsicherungen nur Änderungen sichern, muss das Programm erkennen, was sich geändert hat (Change Detection). Vier Verfahren:
| Verfahren | Fachbegriff |
|---|---|
| Archivbit nutzen | Archive Bit Tracking |
| Zeitstempel vergleichen | Timestamp-based Change Detection |
| Prüfsummen vergleichen | Checksum-based Detection |
| Dateisystem protokolliert Änderungen | Journal-based Change Detection |
Eine Strategie legt fest, wann, wie oft und wohin gesichert wird und wie lange die Sicherungen aufbewahrt werden.
Erweiterung 3-2-1-1-0: zusätzlich 1 Kopie offline oder unveränderbar (Air-Gap, WORM) und 0 Fehler durch regelmäßige Prüfung und Wiederherstellungstests.
Hinweise: Zwei Kopien auf derselben Platte oder im selben Raum zählen nicht als zwei. Eine reine Replikation ist keine zusätzliche Kopie mit Historie. Die Regel sagt nichts über Häufigkeit oder Methode, die bestimmen RPO und die Wahl von voll, differenziell oder inkrementell.
Eine feste Anzahl gleicher Sicherungen, die reihum überschrieben werden. Jede neue Sicherung überschreibt die älteste.
Drei Rotationsebenen mit unterschiedlichem Takt. Je älter die Stufe, desto seltener die Sicherung und desto länger die Aufbewahrung.
| Sohn (täglich) | Vater (wöchentlich) | Großvater (monatlich) | |
|---|---|---|---|
| Sicherung | inkrementell oder differenziell | Vollsicherung | neue Vollsicherung |
| Wann | Montag bis Donnerstag | am Ende jeder Woche | nach 4 Wochen, am Monatsende |
| Bänder | 4 (S1–S4) | 4 (V1–V4) | bis zu 12 (G1–G12) |
| Danach | jede Woche wieder überschrieben | jeden Monat wieder überschrieben | bleibt länger aufbewahrt |
Das Prinzip als Animation (Karten, die Bänder werden beschrieben und gelöscht):

Die Belegung als Kästchen über vier Wochen:
Dieselbe Belegung als Kreis: außen die 12 Monate (Großväter), in der Mitte pro Monat 4 Wochen (Väter), innen pro Woche 5 Tage (Söhne). Gefärbt ist nur der Tag, an dem das Band beschrieben wird.
Der Ablauf über ein ganzes Jahr als Animation. Der Zähler zeigt, wie viele Bänder im Einsatz sind, und bleibt am Ende bei 4 Söhnen, 4 Vätern und 12 Großvätern (20 Bänder) stehen:

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Air-Gap | physisch getrenntes Medium, das nicht vom Netz erreichbar ist |
| Backup / Datensicherung | zeitversetzte Kopie von Daten zum Zurückholen verlorener Daten |
| Bare-Metal-Restore | Wiederherstellung eines ganzen Systems auf leerer Hardware |
| Differenziell | sichert alles seit der letzten Vollsicherung |
| Georedundanz | Daten an räumlich getrennten Standorten |
| Image / Speicherabbild | Block für Block Kopie eines Datenträgers oder einer Partition |
| Inkrementell | sichert alles seit der letzten Sicherung |
| Offsite / Onsite | anderer Standort / gleicher Standort |
| RAID | Redundanz mehrerer Platten in einem System |
| Ransomware | Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld verlangt |
| Replikation | laufende Kopie auf ein zweites System (synchron oder asynchron) |
| RPO | Recovery Point Objective: maximal tolerierbarer Datenverlust |
| RTO | Recovery Time Objective: maximal tolerierbare Ausfallzeit |
| Snapshot | Momentaufnahme des Datenstands auf demselben System |
| Systemabbild | Image, das die Systempartitionen mit Betriebssystem enthält |
| WORM / immutable | einmal beschreibbar, nicht veränderbar oder löschbar |